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Antrag zu Inkusion in Stadtverordnetenversammlung beschlossen

Fiona Merfert, Stadtverordnete für die LINKE in Offenbach Die LINKE hat in die Stadtverordnetensitzung vom neunten Dezember 2011 einen Antrag eingebracht, der die Stadt Offenbach auffordert zu erklären, wie Inklusion in der Kommune den nächsten Jahren ablaufen soll. Inklusion? Integration? Letzteres ist schon ein großes Thema in Offenbach, besonders im Zusammenhang mit Migration. Der Begriff „Inklusion“ steht aber für ein viel weiteres Feld, nämlich für „die Teilhabe von geistig- und körperlichbehinderten in allen Bereichen des Lebens“. Unser Antrag bezieht sich allerdings besonders auf die Bildung, weshalb er auch im Ausschuss Kultur, Schule, Sport, Städtepartnerschaften (KSSS) behandelt wurde.


Nicht nur wir als Linke fordern, dass behinderte Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit nichtbehinderten ein und dieselbe Schulform besuchen sollen; nein das sagt auch eine UN-Behindertenrechtskonvention von 2009.
Bisher werden die Kinder schon ganz früh voneinader getrennt, besuchen oft nicht mal gemeinsame Kindergärten und kommen später dann auf Förder- und Sonderschulen, anstatt wie die Mehrheit Regelschulen zu besuchen. „Inklusion… so alle mit allen und das erfolgreich?“, oft die erste Reaktion mit hochgezogener Augenbraue, wenn man das Konzept erklärt.
Dabei dürfte es für Offenbach gar kein Fremdwort sein, schließlich tagte hier oooo der Verband, der am Ende die „Offenbacher Erklärung“ verabschiedete:
Offenbacher Erklärung
„Eine Schule für Alle!“ Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur
Inklusion
Die Teilnehmer/innen fordern die Weiterentwicklung eines inklusiv
gestalteten Lebens und Lernens in unserem Land. Dies beinhaltet die
barrierefreie Gestaltung der Gesellschaft und die Überwindung des
selektiven Schulsystems. Eine inklusive Schule ist für alle Kinder
zugänglich und ermöglicht ihnen umfassende Bildung: Sie ist „Eine
Schule für Alle“! Deshalb fordern wir die Umsetzung der Ziele der „UN -
Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung“
(Auszug)
Überarrschend ist, dass der Antrag, obwohl er von uns, der LINKEN kam, nicht direkt vom Tisch gewischt wurde. Nicht überraschend ist, dass die Koalition einen Änderungsantrag formuliert hat, der letztlich als Endfassung angenommen wurde.
Da dieser aber weitergehender ist und wir dem zustimmen können, freue ich mich, bei so einem wichtigen und zukunftsschweren Antrag eine Mehrheit gefunden zu haben. So solls doch sein, wenn die Inhalte stimmen!
Inklusion…
… weil bisher 77,4% Prozent der behinderten Kinder die Förderschule ohne Abschluss verlassen
… weil in Skandinavien über 90% Prozent der behinderten Kinder erfolgreich Regelschulen besuchen
…weil Hessen – wie so oft wenn es um Bildung geht – mal wieder komplett hinterhinkt im Vergleich zu anderen Bundesländern (15,7% deutschlandweit, in Hessen nur 10%)
… weil wir den natürlichen Kontakt von behinderten und nichtbehinderten Kindern so früh wie möglich in allen Bildungseinrichtungen fördern wollen
… weil wir ganz schön blöd wären, auf die Erfahrungen und Blickwinkel  unserer Mitmenschen zu verzichten
Quellen: http://lsv-hessen.de/downloads/25.02.2011-94-Zukunftsplan_Inklusion_02_003_druckb-2.pdf, http://www.lebenshilfe.de/wData/downloads/aus_fachlicher_sicht/Offenbacher-Erklaerung14_11_2009.pdf

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